Glory in Prevention Award 2026: Prävention, die im Alltag ansetzt

Im Rahmen des Kongress für Prävention und Langlebigkeit am 10. September 2026 in Berlin wurde erstmals der Glory in Prevention Award 2026 in drei Kategorien verliehen: Prävention in Stadt und Land, Prävention in der Medizin und Prävention in der Arbeitswelt. Ausgezeichnet wurden Projekte, die Prävention konkret in unterschiedlichen Lebenswelten verankern und zeigen, wie aus guten Ansätzen nachhaltige Wirkung entstehen kann.

Die Laudationen und Preisübergaben übernahmen Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, Susanne Melin, Teamleiterin am Bosch Health Campus, sowie Prof. Dr. Thomas Auhuber und Tom Heiming, beide von BG prevent. Den Juryvorsitz hatte Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Seniorprofessorin am Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center @Charité.

Bei der Preisverleihung sprach Michael Brand, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

Der Glory in Prevention Award würdigt Projekte aus unterschiedlichen Lebenswelten und macht sichtbar, wie vielfältig Prävention in der Praxis umgesetzt werden kann. Der Award setzt damit ein Zeichen für eine Prävention, die Menschen erreicht – in Kommunen, in der Versorgung und am Arbeitsplatz.

Kategorie: Stadt und Land

v.l.n.r.: Laudator Prof. Dr. Christoph Straub (Vorstandsvorsitzender Barmer), Preisträger Charlotte Wiesenthal und Frederick Groeger-Roth

Communities That Care - Prävention nach Maß
Landespräventionsrat Niedersachsen

Datenbasiertes, international erprobtes Steuerungssystem, das Kommunen befähigt, passgenau evidenzbasierte Präventionsprogramme einzusetzen (5-Phasen-Modell, in über 50 Kommunen verankert).

Ansatz & Innovation

CTC verbindet datenbasierte Bedarfsanalyse mit systematischer Programmauswahl über die Grüne Liste Prävention – ein einzigartiger Ansatz im deutschsprachigen Raum. Intersektorale Koalitionen aus Verwaltung, Schulen, Jugendhilfe, Polizei und Vereinen werden gebildet. Bürger:innen wirken aktiv am Präventionsprozess mit. In Deutschland erweitert um die Bereiche Ernährung und Bewegung.

Wirksamkeit & Evidenz

Langzeitstudien belegen signifikante Reduktion von Substanzkonsum, Gewalt und Delinquenz bis ins Erwachsenenalter. Kosten-Nutzen-Verhältnis 1:8,22; nach 12 Jahren bis 1:30,62. Datenerhebung über den validierten CTC-Schülersurvey, Programmauswahl nach Grüner Liste Prävention. Belegt durch internationale Studien (Oesterle et al. 2018, Kuklinski et al. 2021).

Partizipation & Verstetigung

Kinder und Jugendliche werden über den Schülersurvey direkt beteiligt. Vulnerable Gruppen werden datenbasiert adressiert. Seit 2009 in Deutschland implementiert, in 50+ Kommunen verankert – von kleinen Gemeinden bis Großstädten. Etabliert in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz. Finanzierung u. a. über § 20a SGB V.

Kategorie: Medizin

v.l.n.r.: Preisträger Niklas Oppenrieder, Laudatorin Susanne Melin (Teamleiterin, Bosch Health Campus), Dr. Evelyn Medawar

Healthy Hospital Food
Physicians Association for Nutrition Deutschland e.V. - PAN DACH

Initiative, die die Klinikverpflegung als Teil der Versorgung versteht und sie evidenzbasiert und pflanzenbetont für Patient:innen und Mitarbeitende gesundheitsförderlich weiterentwickelt.

Ansatz & Innovation

Healthy Hospital Food macht Krankenhausverpflegung zum präventiven Versorgungsinstrument – über die reine Speisenbereitstellung hinaus. Der praxisnahe Transformationsansatz verbindet Analyse, Beratung, Umsetzung und Monitoring. Pionierkliniken teilen ihr Wissen in einem wachsenden Netzwerk, sodass durch Erfahrungsaustausch schnellere Erfolge an weiteren Standorten entstehen.

Verhältnisprävention & Reichweite

Ein verhältnispräventiver Ansatz: Nicht individuelle Verhaltensänderung, sondern die strukturelle Veränderung der Verpflegung steht im Mittelpunkt. Alle Patient:innen profitieren – unabhängig von Bildung, Einkommen oder Vorwissen. So entsteht eine Präventionskette vom Krankenhaus in den Alltag. Das Projekt stärkt zugleich im Rahmen des BGM gesunde Ernährung und Klimabewusstsein bei Mitarbeitenden.

Wirksamkeit & Netzwerk

Basiert auf wissenschaftlicher Evidenz zu pflanzenbetonter Ernährung, orientiert an DGE-Empfehlungen und Planetary Health Diet. Gründungskliniken: UK Essen, Charité, Schwarzwald-Baar-Klinikum – inzwischen 10+ weitere Kliniken. Der Ansatz ist auf unterschiedliche Klinikgrößen und Versorgungsmodelle übertragbar und nutzt bestehende Strukturen der Speiseversorgung.

Kategorie: Arbeitswelt

v.l.n.r.: Laudator Prof. Dr. Thomas Auhuber (CEO BG prevent), Preisträger Darius Arkawazi, Preisträgerin Nicola Dillinger, Preisträger Sascha Bembennek, Laudator Thomas Heiming (Direktor BG prevent)

focus.HEALTH – modernes, niederschwelliges Workabilitymanagement
BASF SE – Corporate Health Management

Strategisch in der BASF-Standortvereinbarung verankertes Workability-Management, das mit früher Intervention und Pre-/Post-Messung Prävention, Versorgung und Gesundheitskultur verbindet.

Ansatz & Innovation

focus.HEALTH verbindet betriebliche Prävention, medizinische Diagnostik und Therapie in einem integrierten Versorgungsmodell. Eine 24/7-Hotline und Ambulanz bieten niedrigschwelligen Zugang. Individuelle „Health Journeys“ mit Coachings zu Ernährung, Bewegung und psychischer Gesundheit fördern nachhaltige Verhaltensänderung. Die aktive Einbindung von Führungskräften und HR stärkt eine gelebte Vertrauens- und Gesundheitskultur.

Wirksamkeit & Evidenz

Systematische Evaluation über Pre-/Post-Checks und Outcome-Indikatoren: 78–86 % positive Gesundheitsveränderungen bei Teilnehmenden. Fallbeispiele belegen signifikante Reduktion von Arbeitsunfähigkeitstagen (z. B. −17 AU-Tage durch frühe Hotline-Intervention). Über 400 Hotline-Fälle systematisch ausgewertet, 75 % der Mitarbeitenden als arbeitsfähig entlassen.

Strategische Verankerung & Skalierung

Das Programm ist in der BASF-Standortvereinbarung 2026 verankert und adressiert demografischen Wandel, Fachkräftemangel und steigende Fehlzeiten. Das modulare Konzept nutzt bestehende Strukturen (Medical Center, HR) und ist auf andere Standorte und Organisationen übertragbar. Die Verbindung interner und externer medizinischer Sektoren schafft eine integrierte Versorgungskette mit Vorbildcharakter.

Glory in Prevention Award – Innovation für eine gesunde Zukunft

Mit dem Glory in Prevention Award würdigt die Gesundheitsstadt Berlin am 10.09.2026 im Rahmen des Kongresses für Prävention und Langlebigkeit innovative Präventionsprojekte, die eine präventionsorientierte Gesundheitskultur aktiv mitgestalten. Ziel des Awards ist es, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen, Multiplikatoren zu stärken und neue Allianzen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu fördern.

Der Award wird in drei Kategorien vergeben und richtet sich an Initiativen aus allen Lebenswelten – von Kommunen über Bildungseinrichtungen bis hin zu Unternehmen und medizinischen Einrichtungen. Ausgezeichnet werden Projekte, die Gesundheit erlebbar machen, evidenzbasiert wirken und nachhaltig umgesetzt werden.

  • Prävention in Stadt und Land
    Ausgezeichnet werden Projekte, die gesunde Lebenswelten und Gesundheitskompetenz stärken.
  • Prävention in der Medizin 
    Ausgezeichnet werden Projekte, die Prävention evidenzbasiert in die Versorgung integrieren.
  • Prävention in der Arbeitswelt
    Ausgezeichnet werden Unternehmen, die Prävention strategisch im betrieblichen Gesundheitsmanagement verankern.

Der Award steht unter der Schirmherrschaft von Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales a.D.. Den Vorsitz der Jury übernimmt Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Seniorprofessorin, Friede Springer - Cardiovascular Prevention Center @Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Preisträger 2026 im Video

Preisträger Kategorie Medizin: Dr. Evelyn Medavar Preisträger Kategorie Medizin: Dr. Evelyn Medavar
Preisträger Kategorie Stadt & Land: Frederick Groeger-Roth Preisträger Kategorie Stadt & Land: Frederick Groeger-Roth
Preisträger Kategorie Arbeitswelt: Sascha Bembennek Preisträger Kategorie Arbeitswelt: Sascha Bembennek

Bewertungskriterien des Glory in Prevention Awards

Die Jury bewertet alle Einreichungen anhand transparenter und nachvollziehbarer Kriterien. Ausgezeichnet werden Projekte, die bereits in der Praxis umgesetzt sind oder sich in einer fortgeschrittenen Umsetzungsphase befinden.

Alle Einreichungen werden anhand folgender Kriterien bewertet:

Allgemeine Kriterien 

  • Wirksamkeit, Evidenzbezug & Evaluation
  • Innovationsgrad & digitale Ansätze
  • Partizipation, Empowerment & Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit
  • Übertragbarkeit, Verstetigung & Ressourceneinsatz
  • Sichtbarkeit & Vernetzung
  • Gesamteindruck & Kohärenz des Projekts

Kategorie-bezogene Kriterien 

Prävention in Stadt und Land 

  • Struktureller Ansatz & Lebensräume
  • Bürgerbeteiligung & sozialer Zusammenhalt 

Prävention in der Medizin 

  • Prävention in Versorgungsprozessen
  • Patientenorientierung & Versorgungsqualität 

Prävention in der Arbeitswelt 

  • Integration in Unternehmensstrategie
  • Mitarbeiterorientierung & Gesundheitskultur

Bonuspunkte 

  • Skalierbarkeit und Übertragbarkeit
  • gesellschaftliche Innovation
  • Kommunikation & Öffentlichkeitswirkung

Eine genaue Beschreibung der Kriterien finden Sie hier. 

Die Bewerbungsfrist ist am 30.05.2026 abgelaufen.

Auszeichnung

Preisträger:innen werden im Rahmen des Kongress für Prävention und Langlebigkeit der Gesundheitsstadt Berlin am 10.09.2026 bekanntgegeben und ausgezeichnet. Sie erhalten eine Mitgliedschaft bei Gesundheitsstadt Berlin mit kostenfreiem Zugang zu allen Veranstaltungen des Vereins (für das folgende Kalenderjahr).

Jurymitglieder

Prof. Dr. Malek Bajbouj

Prof. Dr. Malek Bajbouj

Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Mitte Charité – Universitätsmedizin Berlin

 Simone Borchardt

Simone Borchardt

Mitglied des Bundestags, Bundestagsfraktion der CDU, Sprecherin & Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit, Vorstand der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., Berlin

Prof. Dr. Freia de Bock

Prof. Dr. Freia de Bock

Expertin für Public Health, Präventions- und Versorgungsforschung, Leiterin Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Dr. Susanne Johna

Dr. Susanne Johna

1. Vorsitzende, Marburger Bund Bundesverband, Berlin

Prof. Dr. Henriette Neumeyer

Prof. Dr. Henriette Neumeyer

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), Berlin

Dr. Johannes Nießen

Dr. Johannes Nießen

Leiter, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Köln

 Udo Schauder

Udo Schauder

Stellvertretender Vorstandsvorsitzinder, Im Puls. Think Tank Herz-Kreislauf e.V., Berlin

 Matthias  Scheller

Matthias Scheller

Dipl.-Kfm.Healthcare Management, Berlin

Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen

Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen

Seniorprofessorin, Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center @Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin

 Christine Vogler

Christine Vogler

Präsidentin, Deutscher Pflegerat e.V., Berlin

Dr. Susanne Wagenmann

Dr. Susanne Wagenmann

Abteilungsleiterin Soziale Sicherung, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Berlin

 Johannes Wagner

Johannes Wagner

Mitglied des Bundestags, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Gesundheitsausschusses, Coburg / Kronach